Das Leben der anderern oder: Die Geister, die ich rief

Manches, was im heimischen Dunstkreis groß und wunderbar scheint, wird plötzlich, mit einer Reise klein. Da ist der Apfel, der eben noch so wunderbar rot und glänzend vor einm lag auf einmal wurmstichig und gar nicht mehr so ahnsehnlich, wie er bis dato wirkte.

Aus diesem Grund schätze ich Positionswechsel. Örtlicher Natur - versteht sich! Da ist man dann gezwungen, sich Dinge aus einer vollkommen anderen Perspektive anzusehen. Ob man mag oder nicht.

Da sieht man dann auf einmal, dass Dinge, die man immer gern gemacht hat, gar nicht mehr die sind, die einem große Freude bereiten. Weil andere sich dort einschleichen. Und das bisher mit Freude allein durchgeführte selbst mit einer solchen Verbissenheit angehen, die einem Bauchschmerzen und Übelkeit verursacht. Weil diese Anderen immer in einem besseren Licht dastehen wollen und sagen: "Ach, das ist ja sooooo easy!"

In Wahrheit aber verbirgt sich hinter einem solchen Verhalten vielleicht nur das Unvermögen, Schwächen einzugestehen. Der Drang in einer Sache besser sein zu wollen, als andere und ein Stückchen weit vielleicht auch das fehlende Vermögen, sich selbst etwas zu suchen. Da muss man eben auf etwas zurückgreifen, was andere schon lange machen. Weil man davon hört und es interessant klingt. Das Leben der anderen ist eben immer ein wenig rosiger als das eigene... 

Es ist also nun ein bisschen wie bei dem Hasen und dem Igel, wo jetzt ständig jemand ruft: "Ich bin schon da!" Und das verdirbt mir gehörig die Laune. An dem, was ich bisher sehr gern gemacht habe. Mehr und mehr und mehr und...

Ich fühle mich beobachtet. Bei dem, was ich tu. Bei dem, was ich nicht tu. Bei dem, was ich hier schreibe. Bei dem, was ich hier verschweige. Bei jedem Schritt, den ich tu, schreit mir der Igel ein: "Ich bin schon da!" ins Ohr. Und ich frage mich, ob ich eine solche Big-Brother-Überwachung aushalte. Ob es mir nicht gehörig das verleitet, was ich gern mache. Die Wahrheit ist: Ja, das tut es!

Ich gehe meinen Hobbies mittlerweile zum Teil heimlich nach. Ich zeige es nicht, wo es nicht nötig ist. Ich spreche nicht darüber. Pssst! Big Brother ist hinter mir her und überwacht alles.

Was also tun? Diplomatie wäre die Sache der Stunde. Die aber war noch nie meine große Stärke. Und anderen vor den Kopf hauen. Nein, das muss nicht sein. Sollen sie ihren Igel bluffen lassen. Sollen sie verbissen an die Sache gehen. Es gibt auch noch de Möglichkeit, sich eine neue Identität zuzulegen und zu verschwinden. Heimlich. Auf leisen Sohlen. Schließlich klappt das in Agentenfilmen bei einttarnten Agenten auch immer gut. Eine andere Identität. Ein neues Leben.

Ich schau mal. Aber pssst. Nicht, dass Big Brother das mitbekommt. Und mich überwacht. Dann wären sie ja wieder da, die Geister, die ich mal rief!

22.7.09 14:47

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bisher 7 Kommentar(e)     TrackBack-URL


kerstin / Website (22.7.09 20:10)
Häschen, ich hab keinen Schimmer, worum es hier tatsächlich geht, jedoch - was schert's den Mond, wenn einer der Igel an der Ecke steht? xxo


sylvie / Website (22.7.09 21:30)
Dito Kerstin! Laß es Dir doch einfach egal sein, denn das, was und wie Du es tust bist Du!


Scrapperia / Website (22.7.09 21:39)
Und wenn Du's nun doch mal mit vor-den-Kopf-hauen versuchst? Ein sehr beunruhigendes Posting. Sch... auf die Igel.


winkyli (23.7.09 09:33)
Warum gibst du dich dann noch mit den Igeln ab? Schieß sie doch in den Wind!


Maren / Website (24.7.09 14:20)
Hmmm, das hört sich irgendwie gar nicht gut an... ich´stimme den anderen zu - ignorier die IGEL! Lass Dir die Laune nicht vermiesen. Das wollen die Igel ja nur.


Sandra / Website (25.7.09 03:55)
Steht auf und schlag Haken, aber bitte verschwinde nicht!


Die beste Freundin (29.7.09 17:49)
Du weißt doch: Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt! Alle, die Dir Dein Glück, Dein Talent, Deine Familie und Deine Hobbys nicht gönnen, sind arme Wichtel. Denn ihnen fehlt etwas davon oder sie sind nie mit dem zufrieden, was sie haben. Und dagegen hilft auch kein gerenne gegen den Hasen. Traurig, so was...