Musik, Musik, Musik...
M., in einem - nennen wir es mal - sehr konservativen Haus aufgewachsen, durfte in seiner Kindheit überwiegend "deutschem Liedgut" lauschen. In klassischer Musik und Volksliedern ist er mir darum bis heute weit überlegen. Erst in der frühen Pubertät konnte er sich und seinen Musikgeschmack von den Vorstellungen seiner Eltern emanzipieren. Und das verlief in eine...nun ja...sehr spezielle und eigenwillige Richtung. Daher ist mein eigener Musikgeschmack nur sehr schwierig mit dem von M. auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Eigentlich gar nicht. Also, um es exakt zu titulieren: Überhaupt nicht! Am ehesten vertragen sich unsere Vorlieben, wenn wir die Entscheidung der Musikbeschallung einem Radiosender übertragen und keiner von uns beiden eine CD in den gierigen Schlund des Autoradios stopft. Leben wir gut mit. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich Ich kaufte Tickets. Wir sahen im Dezember letzten Jahres die Fantastischen Vier live in Stuttgart. Und M. ging aus sich heraus, wie ich ihn noch nie erlebt hatte. Noch tagelang danach tanzte er drei bis fünf Zentimeter über den Boden, sprechgesangte Texte , war glücklich. Der Konzertrausch hatte ihn ergriffen - und ließ ihn einfach nicht mehr los. Also kaufte ich heimlich wieder Tickets. Für ihn. Mit Musik, die er schätzt und liebt. Zu Weihnachten. Die Freude war beim Auspacken riesig. Unermesslich. Gestern war es dann soweit. wir machten uns wieder auf den Weg zu einem Veranstaltungsort. Einen ganz arg sehr aufgeregten und voller Vorfreude erfüllten M. an meiner Seite, der schon seit Wochen Texte lernte und die CDs des Künstlers auf- und abspielte. Der sich eingroovte. Der fröhlich vor sich hinbrabbelte. Der im Saal nicht auf dem Stuhl zu halten war, der jede Zeile lauthals mitsang, swingte (oder heißt es swang?) was das Zeug hielt, der klatschte, bis seine Hände rot, grölte, bis seine Stimme heiser war und schließlich daheim glückselig ins Bett sank. Ich hoffe für ihn, dieses Glücksgefühl hält an. Ich hoffe, dass das Erinnerungen sind, die er nicht mehr vergisst. Ich hoffe, dass er sich endgültig frei fühlt, die Musik zu hören, die er will und die er mag und die ihn trägt und begleitet.gern unbedingt auf ein Konzert wollte. Als ich mein Vorhaben kundtat, bekam M. glasige Augen und starrte mich verwundert an. "Konzert...", fragte er, "so mit den Musikern auf der Bühne?" Ich nickte und war verblüfft. Er war noch nie auf einem Live-Act gewesen. Hatte noch nie in der ersten Reihe, verschwitzt und glücklich der Band seines Herzens zugejubelt, hatte sich noch nie von der Stimmung der Massen mitreißen lassen, hatte Musik noch nie am Grunde ihres Ursprungs miterlebt.


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nberlin / Website (14.2.08 19:06) Und falls nicht, sorgst du halt für regelmäßige Konzertbesuche. ;-) |
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Die beste Freundin (14.2.08 22:12) Und? War es wirklich so super? Man, wie ich mich auf den April freue!!! *sing* |





